Blutegel-Therapie

Die Blutegel-Therapie gehört zu den ältesten Heilmethoden in der überlieferten Medizingeschichte. Erste Überlieferungen der Blutegeltherapie stammen aus Mesopotamien (3.300 v. Chr.). Erste eindeutige Schilderungen der Blutegeltherapie stammen jedoch aus der indischen Medizin. Die umfangreichste Darstellung dieser Therapie findet sich bei Sushruta (100–600 v. Chr.). Auch die traditionelle chinesische Medizin (TCM) verwendet die Blutegeltherapie, doch spielte sie dort immer eher eine untergeordnete Rolle. In Europa war die Blutegeltherapie seit der Antike (Nicandros von Kolophon 200–130 v. Chr; Galen 129–199 n Chr.) bis ins 19. Jh. hinein ein unverzichtbarer Bestandteil der ärztlichen Therapie, aber auch immer Bestandteil der Volksmedizin.

Der Biss eines Blutegels ist relativ schmerzarm, es kommt in der Regel zu  – therapeutisch erwünschten – Nachblutungen, die 8 bis 24h andauern können. Rund um die Bissstelle kann es zu Blutergüssen kommen, die nach einigen Tagen abklingen. Es kommt zu einer leichten Schwellung der behandelten Stellen, verbunden mit oft starkem Juckreiz. Nach der Behandlung kann es in Einzelfällen zum Absinken des Blutdrucks und zu einer Kreislaufschwäche kommen, weshalb Sie noch mindestens 30 Minuten nach Abschluss der Behandlung in der Praxis verbleiben müssen. Die Bissstellen verheilen im Normalfall innerhalb einiger Wochen, in seltenen Fällen bleiben jedoch kleine Narben zurück. Sehr selten sind auch schwere allergische Reaktionen bei der Behandlung beschrieben worden.

Kontraindikationen:

Die Blutegel-Therapie ist nicht geeignet für Patienten, die blutverdünnende Medikamente (z. B. Aspirin, Heparin, Marcumar, Xarelto-Rivaroxaban etc.) nehmen, bei arteriellen Verschlusskrankheiten (z. B. „Schaufensterkrankheit“, „Raucherbein“), Blutungsneigung (z. B. Bluterkrankheit), Wundheilungsstörungen bei schlecht eingestelltem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Hauterkrankungen im Bereich des zu behandelnden Gebiets, bei Lebererkrankungen mit herabgesetzter Blutgerinnung (z. B. Leberzirrhose), starker Anämie (Blutarmut) und vor und nach Operationen bzw. Zahnbehandlungen, erheblicher Immunschwäche (AIDS, Chemotherapie), langjährige Dialyse bei Nierenerkrankungen, akute Magen- oder Darmgeschwüre. Allergien gegen tierische Eiweiße, Wespengift Allergie, Bienengift Allergie. Schwangerschaft und Stillzeit.

Relative Kontraindikation:

Bei Neigung zu überschießender Narbenbildung (Keloid), Anwendung an sichtbaren Körperstellen.

Indikationen:

Hörsturz, Gichtanfälle, Rheuma, Arthritis und Arthrose.

Ablauf der Behandlung:

Bei der Behandlung mit Egeln, ist die Behandlungsdauer unterschiedlich, denn wir arbeiten mit Lebewesen, die Therapie kann eine bis mehrere Stunden dauern, je nach Mentalität und Einsatzgebiet der kleinen Helfer. Ebenfalls erfordert diese Form der Behandlung, außer fachgerechter Beratung, eine angemessene Vor- und Nachsorge.

Wenn ich mit Egeln behandle erfolgt deshalb immer zuerst ein ausführlicher Beratungstermin mit körperlicher Untersuchung, einer Blutentnahme zur Bestimmung relevanter Laborparameter und Vereinbarung des eigentlichen Behandlungstermins. Nach der Behandlung sind zuhause in den ersten 24 Stunden unbedingt einige Verbandswechsel und zwei Tage Ruhe erforderlich, ein zeitnaher Termin zur Nachkontrolle ist nötig. Je nachdem an welcher Stelle Sie behandelt werden, empfehle ich für den Behandlungstermin eine Begleitperson mitzubringen oder sich abholen zu lassen.

Informationen zum Thema Achtsamkeit:

Informationen zur Bachblütentherapie:

Informationen zur Baunscheidt-Therapie:

Informationen zur Pflanzenheilkunde:

Informationen zur Quaddel-Therapie:

Informationen zum Schröpfen:

Informationen zur Schüßlertherapie:

Informationen zum Taping: